Avocado – der Reifetest

Ich liebe sie.

Ja, ich gebe es zu, ich habe ein intimes Verhältnis zur Avocado. Ich habe schon so viel Gutes mit ihr gemacht, und sie hat mir viel Gutes gebracht.
Egal ob in der Guacamole, in der Bowl, püriert als Dressing, einfach nur aufgeschnitten und mariniert, als Butterersatz unterm Schinken oder mit Essig püriert als Dressing, sie ist perfekter Begleiter ebenso wie spannende Hauptzutat.

Jedoch hat die so geliebte Frucht einen Riesennachteil: ihr ökologischer Fußabdruck ist gewaltig. Sie braucht extrem viel Wasser da, wo es zu wenig gibt. Sie kommt von weit her, was für hohe CO2-Werte sorgt. Sie ist so beliebt, dass ihr Regenwälder zum Opfer fallen, um neue Plantagen anzubauen. Kurz gesagt: sie ist 2020 beinahe ein No-Go, oder zumindest ein Rare-Go.

Ich hasse sie.

Die Leute, wie sie im Geschäft mit diesen Avocados umgehen. Natürlich will jeder nur eine reife Avocado, und natürlich hofft jeder, dass er eine reife Avocado bei den billigen, unreif geernteten Früchten findet. Und dann wird gedrückt und gequetscht und so getestet, ob sie schon reif sind, wodurch viel zu viele Avocados statt nachzureifen schwarz werden und verfaulen.

So kann und darf man nicht mit unseren wertvollen Ressourcen umgehen! Schlimm genug, dass sie so weit her kommen, sollten wenigstens alle Früchte in den Magen finden und nicht in den Müll, das reduziert sofort den Fußabdruck.

Dabei wäre es überhaupt nicht nötig, eine Avocado zu drücken. Es geht viel einfacher, und das zeige ich Euch in diesem Video. Der Stielansatz gibt uns alle Informationen über den Reifezustand der Avocado. Einfach leicht mit dem Finger daran ziehen. Geht er nicht fast von selbst ab, probiert es auch nicht mit Gewalt, streichelt sie sanft und dankbar und legt sie wieder zurück, damit sie weiter nachreifen möge.

Geht der Stielansatz aber leicht ab, könnt Ihr darunter die Farbe des Fruchtfleischs erkennen. Ist diese grün, ist die Avocado reif, ist sie grau, war sie das schön früher. Sie ist dann überreif und zum Essen nicht mehr geeignet.

Wer sich daran hält und das möglichst vielen Menschen zeigt, trägt mehr zum Umweltschutz bei, als wenn man total auf Avocados verzichtet. Genuss mit Hirn ist gefragt. Kocht’s nicht nur was Gscheit’s, kauft’s auch gscheit ein!

P.S.: Solltet Ihr doch einmal nur unreife Avocados bekommen, aber dringend Avocados brauchen, gibt es übrigens auch einen Trick: Die Avocados in Folie wickeln und für eine halbe Stunde bei 90° ins Rohr schieben. Dabei entweicht ihr Reifegas, das durch die Folie nicht entweichen kann. So wird sie weich und wunderbar.

P.P.S.: Wegen ebendiesem Reifegas sollte man übrigens viele Früchte nicht mit Auberginen gemeinsam lagern. Diese werden durch das austretende Gas schnell braun und matschig. Lagert Auberginen daher extra in einem Sack oder einer Schachtel.


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