Wir sitzen alle im selben Brot (Mann, ist der schlecht)

Ganz sicher bin ich mir nicht, ob das schon länger ein Trend ist, oder ob ich das nur deshalb als Trend erkenne, weil die sozialen Medien merken, dass ich mich dafür interessiere und deren Logarithmen mir deshalb jede Menge Beiträge zu diesem Thema in meine Timelines schwemmen. Aber ich bin mir sicher, dass Corona den Trend angeheizt hat wie kein anderer Zündstoff zuvor. Nach dem Motto: „Jetzt habe ich die Germ schon daheim, jetzt muss ich doch was machen damit.“

Sicher, der eine oder andere hat sich wahrscheinlich nur gedacht: „Hauptsache, ich habe die Germ daheim und nicht der Nachbar“, aber auch dort könnte der 12. Tag hintereinander mit Pizza zu plötzlichem Interesse geführt haben, was man denn sonst noch so damit anfangen könnte.

Jedenfalls backen alle Brot. Die Brotblogs boomen wie nie, die guten jedenfalls. Auch ich lese und schaue, und bewundere und staune. Es ist sicher nicht das Schlechteste, womit man die Zeit in der Selbstisolation totschlagen kann. Sich damit zu beschäftigen, wie gutes Brot entsteht, ist mit Sicherheit kein Fehler. Und die wirklich guten Bäcker und Produzenten sollten eigentlich nachhaltig von dieser Situation profitieren. Denn irgendwann wird es wieder vorbei sein mit der Möglichkeit, sein Tamagotchi aka Sauerteig zu hegen und zu pflegen, den Teig nach „exakt 3 Stunden und 24 Minuten“ zu falten und eine Stunde lang das Rohr zu beobachten, um alle 10 Minuten die Temperatur zu verändern. Wenn wir dereinst wieder von früh bis spät durch die Stadt hetzen, werden wir vielleicht täglich eine halbe Stunde „Street Office“ einplanen, ind er wir Dinge tun, die man eben tun kann, während man in der langen Schlange vor der guten Bäckerei steht, um sich ein echtes Brot abzuholen statt zum billigen Fertigmischungsteil aus dem Supermarkt zu greifen.

Aber bis dahin backen wir selbst, wenn wir schon daheim sind. Wir pflegen unsere Tamagotchis, die mittlerweile ein ganzes Fach im Kühlschrank einnehmen, geben ihnen Namen wie Ronnie Roggo für den Roggensauerteig und Willi Wheatie für den aus Weizen, und dann gibt’s ja noch diese Mutter aus Apfelsaft, lietitto, tatto, weiß der Kuckuck, so weit bin ich noch nicht in der Materie. Ich bin schon froh, dass mein fünfter Roggensauerteig ein richtiges Viech ist und meinen Teig ganz wunderbar zum Gären bringt, und dass ich nicht vergesse, immer ein bisserl davon aufzuheben, damit ich fürs nächste Brot eh wieder nicht von vorne anfangen muss. Ist mir nämlich auch schon passiert. Die brave, langsam aber sorgfältig arbeitende Hildegard (Ich kann nichts dafür, meine Familie darf den Viechern Namen geben) ist versehentlich aufgegessen worden.

Aber gut, was soll’s, dafür haben wir ja jetzt Fritz Sauer mit der Power, dieser Revoluzzer, der den Teig in der halbe Zeit aufs doppelte Volumen bringt und dabei nicht sauer wird über die viele Arbeit. mir schmeckt er.

Ja, es stimmt, dieser Blog leidet ein bisserl unter dieser Situation, denn um zu beschreiben, wie man Brot bäckt, fühle ich mich nicht berufen. Ja, Gusto machen dank meiner kleinen Erfolge, das geht, aber erklären können andere definitiv besser. Und über etwas anderes gibt’s kaum etwas zu berichten, da wir ja dauernd nur mehr Brot essen. Doch halt, wo gutes Brot ist, braucht’s auch eine gute Auflage! Und da bin ich wieder im Spiel. Denn ich hab den ultimativen Tipp, wie jeder Aufstrich mit Ei noch besser wird.

Aufstriche mit Ei gehen schneller und schmecken besser, wenn man sie nicht aus gekochten Eiern zu bereitet, sondern eine gschmackige, scharf angeröstete Eierspeise macht. Als erstes Beispiel einer Serie köstlicher Aufstriche möchte ich euch heute meinen „Nuri mit Ei“ zeigen. Schnell, einfach , köstlich und mit den besten Sardinen von eigentlich eh überall, den nur in Österreich unter diesem Namen erhältlichen Nuri-Sardinen. Was sind wir doch froh, dass es die wieder gibt. Jahrelang waren diese nicht lieferbar, weil die Fabrik sich weigert mit Tiefkühlware zu arbeiten, und frische gab es jahrelang nicht aufgrund des Fangverbots. Aber jetzt sind sie wieder da, und drin in meinem Aufstrich und drauf auf meinem Brot.

Und das ist gut so.


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