2 Fragen, die erste

Mittwoch, 07.02.2007, 19:51

Zuerst erschienen auf mywoman.at: 2 Fragen, die erste

Sobald jemand erfährt, dass man Elter wird, drängt sich diesem Jemand eine von 2 Fragen auf. Manchmal auch beide, kurz hintereinander. Manchmal sogar tatsächlich gleich in einem.

1) „Wisst’s schon, was es wird?“

Ich pflegte zu antworten: „Ein Baby, hoff ich. Ein Menschenbaby. Wenn’s ein Katzenbaby würd, müsst ich mit meiner Frau reden, mit wem sie fremd gegangen ist. Denn UNSER Kater ist kastriert.“

Es gibt ja Menschen, die mit so einer Antwort nichts anfangen können. Aber das ist mir egal. Ich sammle die Gesichtsausdrücke in meinem Hirn und denke mir Comicstrips daraus.

Manche Menschen sind nicht so direkt. Also nicht so direkt wie ich, das würde ich sowieso von niemandem erwarten. So direkt, wie jene, die wissen wollen, ob man ein Mädchen oder einen Buben erwartet und eben „Wisst’s schon, was es wird?“ fragen. Sie verstecken ihre eigene Neugier hinter einem gefinkelten: „Wollt Ihr schon vor der Geburt wissen, was es wird?“

Die so gestellte Frage ist dann schon nicht mehr so einfach zu beantworten, vor allem, wenn WIR in der Mehrzahl angesprochen werden. Denn da waren wir uns gar nicht einig. Mir war es eigentlich egal. Ich steh auf die Spannung. Kein Problem damit, erst bei der Geburt zu erfahren, dass es ein Bub ist. 😉 Ich strick ihm ja sowieso weder einen blauen, noch einen rosa Pullover. Sondern einen orangen. Aber davon ein anderes Mal. Meine Frau wollte es aber unbedingt wissen. So bald wie möglich. Meine Frau wollte rosa Ringelsöckchen. „Die sind leichter zu erziehen!“, sagt sie. Ich kenne Frauen, die mir anderes erzählen, aber ich möchte meine Frau nicht desillusionieren.

Beim Screening Ende Dezember war keine Chance, etwas zu sehen, zu lebhaft, der Bub. 😉 Ja, klar: DER BUB! Hatte ich so im Gefühl. Von Anfang an. Unsere Frauenärztin hat mich in einer der ersten Sitzungen gefragt, was ich glaube, dass es wird. „Ein Bub“, meinte ich, und: „aber wenn’s ein Mädchen wird, freu ich mich genau so.“
„Aber es wird wahrscheinlich ein Bub.“ antwortete sie, „Denn die Männer haben’s immer im Gspür. Väter wissen einfach, was es wird.“ Ich würde gerne einmal eine Statistik sehen, die das belegt.

Meine Frau hoffte also auf rosa Ringelsöckchen und fragte bei jedem Ultraschall nach: „Siehtmanschonwas?“ Sie hätte fragen sollen: „Sieht man eh noch nichts?“, das hätte ihrer Wunschvorstellung besser entsprochen. Allein, es hätte nichts geholfen. In der 21. Woche waren wir beim großen Organscreening im AKH. Dort ist die Gerätschaft um einiges besser als in der Ordination, und so kam es, wie es kommen musste: Die junge Ärztin trug eine ordentliche Menge Gel auf, setzte den Gnubbel an und stellte fest, dass unser Kind ein Exhibitionist wird. Denn als allererstes zeigte er uns sein mächtiges Geschlechtsteil. Und zum ersten Mal, als die Frage berechtigt war: „Wollen Sie es wissen?“, war sie auch schon unnötig, denn wir hatten alles schon gesehen.

Es ist schön, Vater zu werden. Es ist eine verdammt gute Zeit.


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